In der heutigen Zeit des Internets und ständig wachsender Kommunikationsmöglichkeiten, werden Server immer wichtiger.
Ob sie nun fernab in einem großen Rechenzentrum oder Zuhause stehen, beide erfüllen doch ihre Aufgabe.
Jeder wird sicher schonmal mit einem Server in Verbindung getreten sein. Ob es nun das Aufrufen einer Webseite war oder eine Verbindung zu einem FTP-Server, sei erstmal dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass ohne Server heutzutage kaum noch was funktionieren würde.
In einer dreiteiligen Tutorialreihe soll hier erklärt werden, wozu solche Server im Heimbereich genutzt werden können, was dafür gebraucht wird und wie sie konfiguriert werden.
Teil 1: Die Hardware
Teil 2: Das richtige Betriebssystem
Teil 3: Dämonen, Servierer und Feuerteufel – Passende Software
Was sind Server überhaupt?
Server ist ein englisches Wort und heißt übersetzt nichts anderes als “Servierer” oder “Kellner”. Dies sind Computersysteme, aber nicht solche, wie man sie aus dem Privatgebrauch kennt, sondern auf Hochleistung getrimmt. Auf dem Server läuft ein Betriebssystem, was man ebenfalls nicht mit einem normalen Windows oder Desktop Linux vergleichen kann. Die grafische Oberfläche fehlt, einen Monitor gibt es auch nicht. Es laufen spezielle Anwendungen auf dem Computer. Programme, die zum Zweck der Kommunikation oder Verwaltung genutzt werden. Ein Webserver, der euch viele tolle Webseiten mit Daten wiedergibt, könnte darauf zum Beispiel werkeln. Ein anderes Beispiel wäre unteranderem eine Produktverwaltungssoftware, die Gegenstände in einem Lager durchnummeriert und der Barcodescanner dann weiß, wie teuer dieser Gegenstand ist.
Der Sinn eines Homeservers
Aber nicht nur in Firmen könnte ein Server stehen, auch Zuhause bei dir. Dort kann er sich als Datenspeicher tätig machen, per Knopfdruck Musik an die Anlage streamen oder sogar als Webserver fungieren. Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl davon, was möglich ist. Mit zunehmender Datenübertragungsgeschwindigkeit, könnte man sich auch überlegen, etwas größeres auf dem Server zu hosten.
Aber Server sind doch teuer?
Kommt drauf an. Natürlich ist nach oben hin keine Grenze gesetzt, aber man kann auch schon einen kleinen Server für rund 60-70€ bekommen.
Da sollte man sich halt vorher überlegen, wofür genau das Gerät eingesetzt wird. Für größere Sachen wie Gameserver oder Rendern von 3D Sachen empfiehlt sich dann doch, mal ein wenig mehr in den Geldbeutel zu greifen.
Ein weiterer Aspekt der beachtet werden sollte, ist auch noch die Stromnutzung. Ein Computer ist ein elektrisches Gerät, verbraucht also Strom. Dieser wiederrum kostet Geld. Mittels einem PSU Rechner kann man in etwa rausfinden, was für ein Netzteil gebraucht wird und sich danach richten. Auch könnte man schauen, spezielle Komponenten zu nehmen, die nicht viel Strom ziehen.
Beispiel-Hardware für einen Fileserver
Ich selber besitze ja auch einen kleinen Server, auf dem ein Ubuntu werkelt.
Die Komponenten habe ich quasi kostenlos bekommen, teilweise hatte ich sie auch noch da. Im Idealfall würde ich aber sagen, dass man für die Konfiguration knapp 100€ zahlt.
Als Motherboard hält ein altes MSI Board her, darin sind 512MB SD RAM verbaut, sowie ein 900 MHz Celeron.
Die Festplatte ist noch eine IDE Platte, mit 120GB von Hitachi.
Grafisch steckt eine passiv gekühlte ATI Rage2 im AGP Slot.
Der Strom kommt aus einem 350W Netzteil, was schon etwas älter ist und recht laut bläst. Deswegen habe ich den Lüfteranschluss glatt mal mit 5V gespeist, jetzt ist es flüsterleise. (Falls ihr das auch vorhabt, testet es erstmal ein paar Stunden aus, ob das Netzteil das verkraftet. Wir wollen ja nicht, dass nachher die ganze Bude abbrennt.)
Das Ganze schlummert in einem alten Gehäuse, was ich noch über hatte. Theoretisch geht es auch ohne Gehäuse, ist aber eher unpraktisch. Zur Not kann man sich auch leicht ein eigenes Gehäuse aus einem Pappkarton oder ähnlichem bauen.
Alternativen?
Wer jetzt nicht unbedingt auf der “Ich-nehme-einen-alten-Rechner-für-meinen-Server”-Schiene fahren möchte, für den habe ich hier noch eine kleine Alternative, die dazu auch noch stromsparend und recht günstig ist.
Intel, bzw. ASRock stellt da eine ganz nette Lösung zusammen. Ein Mini-ITX Board mit einer onBoard Grafikkarte, 2x DDR2 RAM Steckplätze, IDE Anschluss, SATA Anschlüsse. Das ASRock Board gibt es bei Pollin für 69.95€, ein vergleichbares Intel Board bei Conrad für 79.95€.
Dazu benötigt ihr dann noch DDR2 RAM, der allerdings sehr preiswert zu haben ist. Außerdem könnte man sich überlegen, ein Mini ATX Gehäuse mit passendem Netzteil zu kaufen. Pollin bietet da gleich eins für 14.95€ an. Das einzige Manko an dem Gehäuse ist wohl das Aussehen. Aber naja, Server sieht man im Normalfall ja nicht.
Schlusswort
Ich hoffe, dass ich einen kleinen Einblick geben konnte, wie man sich einen Homeserver in etwa vorzustellen hat. In den folgenden Artikeln werde ich dann auch noch erklären, welche passenden Betriebssysteme es gibt und wie man ein Linux System aufsetzt.
Titelbild von logan_x















